Im kommenden Jahr wird der DAX die Marke von 10 000 Punkten überspringen. Diese Einschätzung hat jeder fünfte Vermögensverwalter in einer Umfrage der DAB Bank abgegeben. Mehr als die Hälfte der Befragten sehen den DAX immerhin noch zwischen 8 500 und 10 000 Punkten.
Die Börsenfachleute beim Finanzdienstleister procurenta
warnen hingegen vor allzu großer Euphorie und raten zu
seriösen Markteinschätzungen. Sie befinden sich damit im
Einklang mit den sogenannten „fünf
Wirtschaftsweisen“, die für 2010 ein bescheidenes
Wachstum von 1,6 Prozent bei einem Rückgang des
Bruttoinlandsprodukts um fünf Prozent prognostiziert
haben. Insbesondere die Entwicklungen an den
Devisenmärkten könnten im kommenden Jahr großen
Einfluss auf die Konjunktur in Deutschland haben. „Ein
Dollarverfall dürfte für Exportnationen wie Deutschland
im globalen Wettbewerb problematisch werden“, sagt
procurenta Geschäftsführer Gert Burmeister.
Er befürchtet sogar wirtschaftspolitische
Auseinandersetzungen zwischen den USA und China als Folge
von Währungsturbulenzen, in die auch Europa verwickelt
werden könnte. Wenn bei einer stagnierenden Wirtschaft
die Rohstoffpreise anziehen, bestünde die Gefahr einer
(importierten) Inflation. Dann wären die Notenbanken EZB
und FED gezwungen, die Zinsen anzuheben. Burmeister:
„Gute Nachrichten aus der Wirtschaft wären dann
schlechte für die Zinslandschaft und die Börsen.“
Die jüngsten Rekordhochs beim Goldpreis könnten laut
Burmeister gleichermaßen ein Indiz für einen drohenden
Inflationsanstieg sein, wie auch ein Resultat aus der
Diversifizierung der Emerging-Markets hinsichtlich ihrer
Devisenreserven und den Ängsten vor Währungsturbulenzen.
Weil sich jedoch gegenwärtig noch keine eindeutigen
Trends an den internationalen Finanzmärkten ausmachen
lassen, rät Burmeister den Anlegern zu kurzfristigen
Strategien: „Stimmen Sie sich mit dem Berater Ihres
Vertrauens ab, aber engagieren Sie sich nicht
langfristig.“ Entscheidend für eine erfolgreiche
Strategie sei dabei auch die Berücksichtigung
abgeltungssteuerlicher Aspekte.
„Dies gilt sowohl für die Einmalanlage von
Kapitalbeträgen, als auch für die ratierliche Geldanlage
in längerfristig angelegten Sparplänen“, betont
Finanzexperte Burmeister. Aus den derzeit günstigen
Preissituationen am Markt könnten gut beratene Anleger
besonderen Nutzen ziehen.



