Die Talfahrt der letzten Tage an den wichtigsten Börsen zeigt, dass die Rally der Vormonate vorerst gestoppt ist. Positive Nachrichten wie die angehobene globale Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) stabilisierten zwar die Kurse zu Beginn dieser Handelswoche, die Indizes bleiben aber dennoch charttechnisch angeschlagen.
Für Bankaktien könnte es unabhängig von der Gesamtmarktentwicklung weiter abwärts gehen. Der amerikanische Präsident sorgte mit seinen Plänen, den Eigenhandel der Banken mit Kundengeldern zu verbieten und die Größe einer Bank zu limitieren, für Aufregung an der Wall Street. „Falls diese Pläne realisiert werden, müssen viele Banken ihr Geschäftsmodell überarbeiten“, kommentiert Bernd M. Otto, CEO der Investment24 AG.
Auch europäische Banken wären von dieser Regelung betroffen. „Nachdem die britische Regierung und EZB-Chef Trichet die Pläne Obamas begrüßt haben, steigt die Wahrscheinlichkeit einer multinationalen Regelung“, schätzt Bernd M. Otto ein. Zudem droht einigen Banken in Europa für 2010 von anderer Seite Ungemach: Die Analysten der deutschen Bundesbank bemessen die Kreditausfälle für nationale Banken auf ein Volumen von 50 bis 75 Milliarden Euro. Deutschland blieb zwar im Gegensatz zu den USA von einer Immobilienblase verschont, die Perspektive für deutsche Bankwerte hat sich dennoch eingetrübt.
Aus Asien kamen von beiden ökonomischen Schwergewichten negative Nachrichten. Das Rating für japanische Staatsanleihen wurde von Standard & Poor’s im Ausblick auf „negativ“ gesenkt, während in China die Angst vor einer Kreditblase wächst. „Trotz der Mahnungen der chinesischen Notenbank haben die Banken ihre Kreditvergabe im Januar 2010 ausgeweitet“, bemerkt Bernd M. Otto von Investment24 Research und fügt hinzu: „Die Immobilienpreise in vielen Regionen in China stehen in keiner Relation mehr zu den örtlichen Einkommen. Das deutet auf eine starke Marktüberhitzung hin.“
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