(Börse) Nun ist es amtlich. Die US-Kongresskammer hat die Amtszeitverlängerung von US-Notenbankchef Bernanke bestätigt und sich mit 70 zu 30 Stimmen für eine zweite Amtszeit ausgesprochen. Damit wurde die bisher vertagte Entscheidung wenige Tage vor dem Ablauf der gegenwärtigen Amtszeitperiode zugunsten des Vorschlages von US-Präsident Obama angenommen. Die Wallstreet sollte nach der Entscheidung eigentlich jubeln, doch die Meldung verpuffte bereits an den Märkten. Nicht wirklich hatten die Marktteilnehmer erwartet, das Bernanke von der US-Kongresskammer nicht bestätigt worden wäre. Dennoch; die US-Finanzinstitute dürften zuerst einmal aufgeatmet haben, da die Politik der US-Notenbank FED, die Märkte mit weiterer Liquidität zu versorgen, trotz bestehender Absichtserklärungen der US-Regierung, für unbestimmte Zeit erhalten bleibt.
Im DAX war die vergangene Handelswoche geprägt von teils
kräftigen Kursabgaben, in denen der Index nunmehr in der
dritten Woche infolge, sich von seinem Jahreshoch (6094)
weiter nach unten entfernte und im Donnerstagshandel, ein
vorläufiges Tief bei 5540 Punkte erreichte. Damit gab der
Index innerhalb von 13 Handelstagen 540 Punkte bzw. 8,86
Prozent ab. Mit erreichen dieses Tiefs hat sich der Index
weiter in seinen Kurszielbereich vorgearbeitet. Indes sind
auf der Unterseite noch einige Punkte Luft, so daß es,
sofern der Index im weiteren Handelsverlauf der kommenden
Tage die MoB 5754 Punkte nicht rasch hinter sich lassen
kann, zumindest noch einmal zum antesten des Tiefs (5540),
im Idealfall jedoch zum (kurzzeitigen) unterschreiten
kommt, in deren Folge der Index dann ein niedrigeres Tief
erreicht, ohne dabei jedoch aktuell den
Unterstützungsbereich der MoB 5491 Punkte nachhaltig zu
unterschreiten. Im Anschluß an dieses Tief stünde dann
einer ausgedehnten Gegenbewegung derzeit relativ wenig
entgegen. Erst ein überschreiten der komfortabel weit weg
entfernten und bekannten MoB beendet aktuell die laufende
Abwärtsbewegung.
Sentimenttechnisch kam es im Verlauf der nun über
zweiwöchigen Abwärtsbewegung zu einem leichten
Stimmungsumschwung zugunsten der optimistisch
eingestellten Marktteilnehmer. Innerhalb der vergangenen
Handelstage hat die Zahl der bearisch eingestellten
Marktteilnehmer, mit weiter nachgebenden Notierungen,
stetig zugenommen. Von Panikverkäufen bei den bullisch
eingestellten Marktteilnehmern, die sentimenttechnisch
nach wie vor in der Mehrzahl sind, kann bisher jedoch noch
keine Rede sein, sodaß auch aus Sentimenttechnischer
Sicht die laufende Korrekturbewegung, als normale
Gegenreaktion, auf die zuvor erfolgten, über
zehnmonatigen Kursanstiege einzustufen ist. Erst ein
nachhaltiges unterschreiten des oben genannten
Unterstützungsbereiches auf Wochenbasis, würde aktuell
zu einsetzenden, dann jedoch deutlicheren Abgaben führen,
dies nur als ergänzender Hinweis an dieser Stelle. Aus
Sentimenttechnischer Sicht steht also, mit einem aktuellen
Restrisiko zur Unterseite hin, oberhalb der bekannten MoB
Möglichkeit einer Kurserholung. Ob dann mehr daraus wird,
werden wir innerhalb dieses noch ausstehenden
Kursanstieges analysieren können.
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