DAX - Das US-BIP und ein anderes Wirtschaftsbarometer ...
Die neuerliche Leitzinssenkung der US-Notenbank FED am
vergangenen Mittwoch um 50 Basispunkte, von zuvor 1,50
Prozent auf nunmehr 1,00 Prozent, zeigt erneut den Ernst
der Lage. Daran ändert auch die tägliche Flutung der
Finanzmärkte durch die US-Notenbank FED mit ca. 300
Milliarden USD nichts. Die privaten Konsumenten und nun
auch die Unternehmensinvestitionen brechen derzeit
kräftig nach unten weg. Das tatsächliche Ausmaß, der
laufenden Finanz- und Vertrauenskrise, wenn diese
Bezeichnungen im aktuellen Marktzustand überhaupt noch
zutreffen, zeigt ein Blick auf den vom Chicago Reserve
Board herausgegebenen CFNAI-Index (Chicago Fed National
Activity Index). Dieser Konjunkturindikator zeigt die
wirtschaftlichen Aktivitäten an. Ein Wert von 0 zeigt
eine langfristige wachsende Volkswirtschaft, ein Wert > 0
zeigt eine hohe Wachstumsrate, ein Wert von < 0 zeigt eine
niedrige Wachstumsrate an. In diesem breit gefassten
Konjunkturindikator sind die Kategorien Privater Konsum,
Immobilien, Produktion, Einkommen, Beschäftigung,
Arbeitslosigkeit, Auftragseingänge, Umsätze,
Lagerbestände, Gewerbe und Handel, gewichtet. Mit diesem
Konjunkturindikator lassen sich eine Inflation und eine
Rezession frühzeitig erkennen, sowohl deren Beginn als
auch deren Ende. Der Indikator spiegelt demnach also den
aktuellen Zustand der US-Volkswirtschaft wider. In diesem
Konjunkturindikator weisen Werte von - 0,70 Prozent auf
ein erhöhtes Rezessionsrisiko hin. Bereits seit Ende 2007
notiert dieser Index unterhalb der - 0,30 Prozent. Nach
einem ersten deutlichen Tief im Februar 2008 bei - 1,38
Prozent, kam es bis in den Juni 2008 (- 0,78 Prozent)
hinein zu einer leichten Erholung, anschließend gab der
CFNAI-Index weiter ab, nach - 1,16 Prozent im Juli 2008,
auf - 1,61 Prozent im August und aktuell auf - 2,57
Prozent im September 2008. Die Beschleunigung dieser
Negativentwicklung ist deutlich erkennbar. Die Erhöhung
der Geldmengenpolitik wird sich erst mit einer deutlichen
Verzögerung durchsetzen können. Nicht umsonst hat sich
die US-Notenbank FED erneut dazu entschlossen, den
Leitzinssatz nochmals zu senken. Die US-Leitzinsen wurden
seit Herbst 2007 (CFNAI-Index bei - 0,30 Prozent) um 425
Basispunkte, von seinerzeit 5,25 Prozent auf nunmehr 1,00
Prozent ((CFNAI-Index bei - 2,57 Prozent) gesenkt. Ein
deutliches Signal das noch kein Ende, der ich nenne es nun
Systemkrise (Finanz-, Immobilien-, Vertrauens-,
Wirtschaftskrise) sieht. Man darf auf das US-BIP für den
Monat Oktober 2008 gespannt sein; lassen wir uns
überraschen.
Zum weiteren Handelsverlauf ...
Die volatile Handelswoche ging wenig spektakulär zuende.
Zum Wochenauftakt kam es im Index zu rasanten
Kursanstiegen. Zu verdanken waren diese Zugewinne dem
DAX-Schwergewicht VW, wegen Fehlspekulationen einiger
Hedgefonds die in Bedrängnis gerieten. Im Montagshandel
kam es dann zu rasch anziehenden Kursen der VW-Aktie,
aufgrund derer sich nun die Leerverkäufer eindecken
mussten. Die Gewichtung der VW-Aktie mit ca. 27 Prozent
führte dann zu einer Extension. Die Käufe der
Hedgefonds, die sich nun zu praktisch jedem Kurs eindecken
mussten, feuerten nun zusätzlich die Kurse an und trieben
diese dann explosivsartig weiter in die Höhe. Am Dienstag
folgte dann Teil 2 mit weiteren Zugewinnen. Das Resultat
ist bekannt; bis zum Donnerstag konnte der Index,
ausgehend von seinem Tief bei 4014 Punkte, um 1028 Punkte
bzw. 25,60 Prozent zulegen und ein Zwischenhoch bei 5042
Punkte generieren, dass im Freitagshandel nochmals
gebreakt und ein Hoch bei 5066 Punkte generiert wurde.
Dieser Anstieg sollte jedoch, auch wenn es auf den ersten
Blick nicht so aussieht, mit äußerster Skepsis
betrachtet werden.
Am Mittwoch meldete dann die Deutsche Börse AG aufgrund
von Interventionen, eine außerordentliche
DAX-Neugewichtung der VW-Aktie auf Basis des Schlusskurses
vom 31.10.08 vorzunehmen, um so aufgetretene Verzerrungen
im Index künftig auszuschließen. Ab dem 03.11.08
beträgt dann die Gewichtung der VW-Aktie ca. 10 Prozent.
Einwendungen von Händlern und Marktteilnehmern, die
bereits im Laufe des Montags einen Ausschluss oder
Umgewichtung der VW-Aktie forderten, wurden zuvor
abgelehnt. Den Bullen dürfte dieser Schritt weitgehend
egal sein; die Kurssteigerungen kamen bei einer
Indexgewichtung der VW-Aktie von 27 Prozent zustande, nach
einer Neugewichtung dürfte damit die nun geringere
Indexgewichtung von 10 Prozent (Minus 17 Prozent), den
Bären weniger Freude bereiten.
Im DAX kam es am Freitag entsprechend der Prognose zu
einer Fortführung der bereits am Vortag begonnenen
Abwärtsbewegung. Ein erstes Zwischentief wurde bei 4793
Punkte generiert, gefolgt von einer Aufwärtsbewegung bis
zum Hoch 4845 Punkte. Anschließend kam es zu weiteren
Abgaben in deren Verlauf der Index ein Tief bei 4785
Punkte erreichte. EW-Technisch wird das Zwischentief 4785
Punkte einer Teilwelle „...“ zugeordnet, die dort
abgeschlossen wurde. Dieses Tief wird einer Unterwelle
„...“ zugeordnet und als Teilwelle „....“
abgezählt. Idealerweise sollte diese Teilwelle,
entsprechend den zum Analysezeitpunkt vorliegenden
Kursmustern, unterhalb der Mob 4994 Punkte, ein Tief bei
4725 Punkte erreichen. Mit dem Rebreak der Mob wurde
jedoch dann durch den tatsächlichen Handelsverlauf ein
vorzeitiger Abschluss der Abwärtsbewegung bestätigt. Die
dem Tief folgende Aufwärtsbewegung ist ebenfalls
Bestandteil der Unterwelle „...“ und wird als
Teilwelle „...“ abgezählt. Diese Teilwelle hat bisher
ein Hoch bei 5066 Punkte erreicht. Nach Abschluss dieser
Teilwelle kommt es in der Teilwelle „...“ zu
nachgebenden Notierungen.
Markttechnischer Ausblick:
Für den weiteren
Handelsverlauf impliziert dies eine direkte Fortführung
der ...
...
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