Die Handelswoche
Bereits im Montagshandel überraschte die Herabstufung der
US-Investmentbank Lehmann Brothers durch die Ratingagentur
Standard & Poor's die Marktteilnehmer und führte zu
fallenden Kursen. Damit rückte die kleinste der vier
großen US-Investmentbanken wieder in den Blickpunkt der
Marktbeobachter. Dann kam dann die Meldung, das die
US-Bank Lehmann Brothers aufgrund von
Absicherungsgeschäften noch einmal zusätzliche 4
Milliarden USD frisches Kapital benötigt. Insider
erwarten eine öffentliche Ankündigung der
Kapitalerhöhung für Mitte Juni 2008. Insbesondere die
Engagements der US-Bank Lehmann Brothers auf dem
US-Immobilienmarkt führten zu weiteren Belastungen. Im
Rahmen der Finanzkrise wurden durch von Lehman Brothers
bereits ca. 3,3 Milliarden USD abgeschrieben. Mitte März
wurden erste Gerüchte über einen bevorstehenden
Liquiditätsengpass der Investmentbank laut, die
seinerzeit den Aktienkurs um ca. 50 Prozent innerhalb
eines Tages fallen ließen. Die letzte Kapitalerhöhung
hatte Lehmann Brothers erst im April 2008 in Höhe von 4
Milliarden USD vorgenommen.
Im Mittwochshandel bestimmte die Unsicherheit der
Marktteilnehmer, wie es mit der US-Investmentbank Lehmann
Brothers weitergeht, den Handelstag. Im Tagesverlauf wurde
bekannt, das sich die US-Investmentbank aufgrund von
anhaltenden Liquiditätsengpässen, bei nicht näher
benannten US-Investoren eine größere Geldmenge
ausgeliehen haben soll. Zudem sei Lehmann Brothers auf der
Suche nach weiterem Kapital ausländischer Investoren.
Durch die US-Immobilienkrise ist die Zahl der
US-Hypothekenanträge weiter drastisch zurück gegangen.
Der Index ist gegenüber der Vorwoche (30. Mai 2008) um
ca. 15 Prozent gesunken. Die Neuanträge fielen um ca. 5
Prozent. Die Anträge bestehender Hypothekenfinanzierungen
sind um ca. 25 Prozent besonders stark zurück gegangen.
Zeitgleich stieg der durchschnittliche Zinssatz (Laufzeit
30 Jahre) von 5,96 Prozent auf 6,17 Prozent. Die
Immobilenkrise ist noch nicht ausgestanden.
In den nächsten Tagen und Wochen dürfte die noch nicht
ausgestandene Finanzkrise erneut in den Blickpunkt der
Öffentlichkeit treten. Sie erinnern sich an die
Ausführungen z. B. im Jahresausblick 2008 (Seite 9 ff.),
sowie gelegentlich in den einzelnen Tagesanalysen zu den
zu erwartenden Liquiditätsschwierigkeiten der
US-Anleiheversicherer. Den beiden größten
US-Anleiheversicherer AMBAC und MBIA droht nun eine
Herabstufung ihres aktuellen Rating mit unabsehbaren
Folgen. Die Hauptgeschäftstätigkeit der beiden
US-Anleiheversicherer liegt in der Versicherung gegen
Zahlungsausfälle, insbesondere kommunaler Anleihen. In
Bedrängnis kamen die beiden US-Anleiheversicherer nach
einer Ausweitung der ursprünglichen Geschäftstätigkeit
auf sogenannte strukturierte Finanzprodukte wie z. B.
hypothekenversicherte Anleihen. Diese haben in der
Immobilienkrise deutlich an Wert verloren. Dem gegenüber
steht eine Eigenkapitalquote von ca. 22 Milliarden USD.
Der tatsächliche Wertberichtigungsbedarf ist nun deutlich
höher als zuvor angenommen. Um eine weitere Herabstufung
in letzter Minute doch noch zu verhindern, wird zur Zeit
von acht Banken ein Maßnahmenpaket über insgesamt ca.15
Milliarden USD erarbeitet. Die Aktien von AMBAC gaben in
den letzten Monaten von 96,08 USD auf 2,47 USD, die Aktien
von MBIA von 73,31 USD auf 5,58 USD nach. Hier ist nun die
schon oft genannte, gesamte Aufmerksamkeit der
US-Notenbank FED erforderlich um weiteres Ungemach zu
verhindern. Im Donnerstagshandel sorgte die Ankündigung
der Europäischen Zentralbank (EZB), aufgrund der
inflationären Risiken demnächst den Leitzinssatz zu
erhöhen, für einen Dämpfer auf weiter stark anziehende
Notierungen. In einer Pressekonferenz äußerte sich
EZB-Chef Trichet dahingehend, das bereits im Juli eine
Zinserhöhungen möglich wäre.
Am Freutag wurde durch die Ratingagentur Standard & Poor's
eine Herabstufung der beiden größten
US-Anleiheversicherer AMBAC und MBIA vorgenommen. Im
Jahresausblick 2008 (Seite 9 ff.) und in der
Vortagesanalyse (Seite 2) wurde über die drohende
Herabstufung berichtet. Man darf nun gespannt sein, wie in
den kommenden Tagen, insbesondere die europäischen Banken
darauf reagieren. Mit der Herabstufung der beiden
größten US-Anleiheversicherer AMBAC und MBIA könnte die
Finanzkrise in eine neue Dimension übergehen und zu
weiteren Problemen führen. Zudem bereitete ein, an einem
einzigen Handelstag ein stark ansteigender Rohölpreis
für Unsicherheit. Insider gehen davon aus, das es
aufgrund der zuletzt gemeldeten sinkenden
US-Öllagervorräte bereits zu Aufstockungen der
US-Lagerbestände kommt. Auch die Äußerungen des
israelischen Vize-Regierungschef, über die bisher
wirkungslosen Sanktionen gegen den Iran, aufgrund dessen
Programm zur Entwicklung zum Bau einer Atombombe und über
einen möglichen Angriff auf den Iran, beunruhigte die
Marktteilnehmer. Unter zunehmender Volatilität erreichte
der Rohölpreis ein neues Allzeithoch bei 139,12 USD je
Barrel.
Lesen Sie unsere tägliche DAX-Analyse und verfolgen Sie
unsere Marktanalyse mit konkreten Tradingmarken in unserem
Member-Bereich.
Weitere Informationen sind direkt auf der Webseite von
LeoTrading.de abrufbar.
LeoTrading,de - Elliott-Wellen Analysen
Webseite: www.leotrading.de
Webforum: www.leotrading.info
Weblog: www.wellenblogger.de



