Das von den US-Automobilherstellern Chrysler, Ford und General Motors angeforderte ca. 18 Milliarden USD Sofort-Rettungspaket ist im US-Senat gescheitert. Bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt der Freitagsanalyse stand das von den US-Automobilherstellern vorgelegte Konzept auf wackeligen Füßen. In der Tagesanalyse wurde zum wiederholten Male auf die Situation der drei angeschlagenen US-Automobilhersteller aufmerksam gemacht. Entgegen den teils anderslautenden Meldungen, insbesondere in den bekannten Mainstream-Medien, dass die Liquiditätsspritze für die drei US-Automobilhersteller kurz vor der Genehmigung stehe, wurde auf eine möglicherweise bevorstehende Ablehnung aufmerksam gemacht. Bereits in der Vorwoche hat General Motors für den Fall einer Ablehnung Vorbereitungen getroffen. Nach der Bekanntgabe der Ablehnung gingen die Aktien der US-Automobilhersteller Chrysler und General Motors in den Singflug über. Die Aktien von Chrysler gaben Zeitweise über 24 Prozent, die Aktien von General Motors gaben Zeitweise über 50 Prozent ab.
Vor der Entscheidung des US-Senats hatten US-Präsident
Bush und auch der designierte US-Präsident Obama
versucht, die Senatoren umzustimmen, doch noch dem
Rettungspaket zuzustimmen. Die Entscheidung des US-Senats
wurde von den drei US-Automobilherstellern Chrysler, Ford
und General Motors mit großer Enttäuschung aufgenommen.
Damit kommt es nun zu einer weiteren Verschärfung der
Krise. Insbesondere Chrysler und General Motors drängten
in der Vergangenheit auf eine rasche Entscheidung, da
andernfalls zum Jahresende eine Insolvenz der beiden
US-Unternehmen bevorstehe. Die Gründe der Ablehnung sind
unter anderem eine zu geringe staatliche Überwachung der
drei US-Automobilhersteller, das nicht Akzeptieren
weiterer, erforderlicher Lohnkürzungen um
Konkurrenzfähig zu bleiben, sowie die langfristigen,
unsicheren Zukunftsaussichten der US-Automobilhersteller.
Eine letzte Option, die US-Automobilhersteller Chrysler
und General Motors, doch noch in letzter Minute vor einer
Insolvenz (Chapter 11) zu bewahren, liegt nun in einer
möglicherweise noch folgenden Entscheidung durch
US-Präsident Bush. Diese Entscheidung könnte vorsehen,
die dringend benötigte Liquiditätsspritze von ca. 18
Milliarden USD, aus dem ca. 700 Milliarden Rettungspaket,
das ursprünglich für die Rettung der angeschlagenen
US-Finanzinstitute breitgestellt worden war, zu
entnehmen.
Auf den Gesamtmarkt betrachtet werden die Märkte
möglicherweise auf einen kurz bevorstehenden
Insolvenzantrag von Chrysler und/oder General Motors
(Chapter 11) vorbereitet. Die Verhandlungen über das
benötige Rettungspaket ziehen sich schon mehrere Wochen
in die Länge und erinnern eher an eine Salami-Taktik.
Nach eigenen Worten der Unternehmenssprecher von Chrysler
und General Motors ist die Bereitstellung von Liquidität
dringlichst erforderlich. Die Verhandlungen über eine
Genehmigung der Rettungspakete und die anschließenden
Pressemitteilungen sind dann teils widersprüchlich. Auch
zieht sich das Genehmigungsverfahren durch den US-Senat
schon zu sehr in die Länge. Man erinnere sich an die
Rettung der US-Finanzinstitute innerhalb kurzer Zeit, in
der dann ca. 700 Milliarden USD genehmigt wurden. Nach der
Entscheidung des US-Kongress das Rettungspaket der
US-Automobilhersteller nicht zu genehmigen, verabschiedete
sich der US-Kongress in die Weihnachtspause und kommt erst
im Januar 2009 wieder zusammen!
Zum Handelsverlauf ...
Nach einer weiteren Enttäuschung werden nun die Märkte,
sollte das Rettungspaket an die US-Automobilhersteller,
doch noch durch US-Präsident Bush ganz unkonventionell
genehmigt werden, zu einer kleinen Rallye ansetzen. Das
Enttäuschungspotenzial ist aktuell schon ordentlich in
den Kursen eingepreist, sodass es in diesem Jahr, zwar
nochmals zu niedrigeren Notierungen kommen kann, dabei
jedoch die letzten Verlaufstief in den Indices (DAX 4014
Punkte) aktuell nicht mehr unterschritten, allenfalls noch
einmal angetestet, werden. Vielmehr sollte es zu einer
seitlichen Ausdehnung und einem weiteren
Bodenbildungsversuch kommen, externe Faktoren einmal
ausgeschlossen.
Mit ausschlaggebend wird die in der kommenden Woche
(16.12.08) anstehende Entscheidung der US-Notenbank FED
sein, den Leitzinssatz zu senken. Eine solche Entscheidung
wird im aktuellen Marktumfeld, nach den bisher erfolglosen
Rettungsversuchen, insbesondere für die deutlich
angeknockten US-Automobilhersteller Chrysler und General
Motors zu einer Erleichterung an den Märkten führen, die
dann kurzzeitig zu weiteren Zugewinnen beiträgt. Alles
andere wäre derzeit eine Überraschung, weder ein
deutlicherer Zinssenkungsschritt, noch ein ggf. ganz
ausbleibender Zinssenkungsschritt, würde zu einer
deutlichen Enttäuschung der Marktteilnehmer und
entsprechenden Abgaben führen. Zudem ist am kommenden
Freitag (19.12.08) großer Verfallstermin, an dem es
erfahrungsgemäß zu Positionsbereinigungen kommen wird.
Die Volatilität in der kommenden Woche wird nochmals
zunehmen.
In der vergangenen Handelswoche konnte der Index 469
Punkte zulegen und ein Zwischenhoch bei 4850 Punkte
generieren. Dort kam es zu einer breit angelegten,
mehrtägigen Konsolidierungsbewegung, innerhalb derer, der
Index in einer sogenannten Schiebezone notierte. Im
Freitagshandel wurde die Seitwärtsbewegung aufgrund des
negativen Newsfloor um die US-Automobilhersteller, nach
unten verlassen und ein Tief bei 4521 Punkte erreicht.
Damit wurde ein Großteil der zuvor generierten
Intraday-Gewinne wieder aufgezerrt, wenngleich auf
Wochenebene immer noch ein Plus von 282 Punkte bzw. 6,45
Prozent übrig bleibt. Die beim Zwischenhoch der
Unterwelle ...
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