Die Bemühungen der großen Noten- und Zentralbanken,
allen voran der US-Notenbank FED, die bestehenden Probleme
der mittlerweile globalen Systemkrise in den Griff zu
bekommen, werden unvermindert fortgeführt. An den
Märkten ist bisher wenig davon zu spüren, die Indices
rund um den Globus setzen ihre Abwärtsbewegung
unvermindert fort und erreichen fast (noch) regelmäßig
neue Tiefstände. Zum einen können die eingeleiteten
Stützungsmaßnahmen, aufgrund der mittlerweile
ausufernden Systemkrise, nicht kurzzeitig von Erfolg
gekrönt sein, sondern können nach und nach greifen. Die
inflationäre Geldflutung der Märkte durch die
Notenbanken, wird unvermindert fortgeführt, nur so kann
aktuell die Konsumbereitschaft der US-Bevölkerung und die
Konjunktur angekurbelt werden. In Kürze wird die
US-Notenbank FED den Leitzins nochmals senken, obwohl der
Spielraum weiterer Zinssenkungsschritte, damit auf nahezu
Null-Prozent fällt. Die anderen Notenbanken werden
ebenfalls weitere Zinssenkungen vornehmen um die
Kreditvergabe zu erleichtern.
Diese zusätzlichen Zinssenkungen werden jedoch zu
weiteren, teils derzeit nicht überschaubaren Auswirkungen
und einer beschleunigten Zunahme der Geldentwertung
führen. Durch die sich weiter ausbreitenden
Schwierigkeiten der Realwirtschaft, sowie einer weiter
abflauenden Konsumbereitschaft der breiten Bevölkerung,
muss die Wirtschaft, nicht nur in den USA sondern auch im
Euro-Raum, massiv gestützt werden. Die bisherigen
Leitzinssenkungen der Noten- und Zentralbanken verpufften
bisher, jeweils nach geringen Kursanstiegen, regelrecht an
den Märkten. Die unvermindert, andauernde Geldschwemme
wird zu einer deutlichen Hyperinflation und einer weiteren
Flucht aus den Währungen führen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Großbritannien
nach der vorangegangenen, massiven Leitzinssenkung um 150
Basispunkte, von 4,50 Prozent auf nunmehr 3,00 Prozent,
massive Probleme das Britische Pfund (GBP) über Wasser zu
halten und konnte einen Zusammenbruch der Währung bisher
vermeiden. Mittlerweile flüchten immer mehr Investoren
aus dem GBP in den EUR. Eine weitere Leitzinssenkung der
Bank of England (BoE) wird zu einer zusätzlichen
Schwächung des GBP führen. Bei den weiter, anhaltenden
Problemen könnte dies im ungünstigsten Fall zu einem
Zusammenbruch des GBP führen. Die Folgen haben wir
bereits in Island gespürt. Die Schweizer Notenbank hat
ebenfalls zuletzt die Leitzinsen deutlich um 100
Basispunkte von 2,00 Prozent auf nunmehr 1,00 Prozent
gesenkt. Die Folgen waren und sind auch weiterhin, mit
zunehmender Tendenz spürbar und bringen den Schweizer
Franken (CHF) weiter unter Druck. Auch dort ist eine
bereits einsetzende Flucht, wie beim GBP und auch beim
Russischen Rubel, aufgrund eines weiteren Werteverfalls
deutlich zu erkennen Der EUR hingegen ist noch durch den
USD abgesichert, gerät aber mittlerweile auch unter
Druck, was zu einer Instabilität führen wird.
Was weiterhin und aktuell nicht gefällt, sind die stark
nachgebenden US-Indices, die auch im DAX, sollte es zu
weiteren Abgaben kommen, eine weitere Abverkaufswelle
auslösen werden. Dabei werden die Verluste in den
US-Indices zwar stärker ausfallen, dem DAX wird es jedoch
nicht gelingen, sich gegen diese dann zu erwartenden
Abgaben, zu stellen. Insbesondere drohen dem Dow Jones
Index, sollte der langfristige Unterstützungsbereich
(7467) nachhaltig unterschritten werden, weitere teils
massive Abgaben. Ein kurzer Break erfolgte bereits im
Freitagshandel, der Dow Jones erreichte dabei ein Tief bei
7449 Punkte, konnte anschließend jedoch wieder bis 8046
Punkte ansteigen. Letztmals wurde ein vergleichbares
Kursniveau bei 7449 Punkte im Oktober 1997 erreicht. Der
S&P Index notierte sogar auf einem 12-Jahrestief. Auch
dies zeigt den Ernst der Lage.
Eine solche Kursentwicklung mit massiven Einbrüchen in
allen bedeutenden Indices, zeigt den Ernst der Lage und
hat es, auch historisch betrachtet, noch nie gegeben, Wir
alle sind Zeitzeuge einmaliger Ereignisse, die noch keiner
der Marktteilnehmer erlebt hat. Das dies auch zukünftig
ein gewisses Unsicherheitspotenzial beherbergt, auch im
Hinblick auf die zwangsläufig zu erwartenden Ereignisse
und Auswirkungen in der Realwirtschaft, sollte jedem
aktiven Marktteilnehmer bewusst sein. Was bleibt ist die
Hoffnung, das die massiven Stützungsaktionen der Noten-
und Zentralbanken in nicht all zu ferner Zukunft, von
Erfolg gekrönt sein werden und das Vertrauen der Akteure
in die Märkte wieder hergestellt werden kann und
zurückkehrt. Nur dann kann es wieder zu rasch und auch zu
nachhaltig steigenden Kursen kommen.
An dieser Stelle sind dann auch die Bemühungen der
G20-Staaten zu nennen, die bei ihrem
Weltwirtschafts-Gipfeltreffen zum Weltfinanzsystem in
Washington, eine erste Absichtserklärung beschlossen
haben und Ende März 2009 erste Ergebnisse präsentieren
möchten. Im Endergebnis dürfte es zu einer weitgehend
globalen Vereinbarung kommen, zukünftig an den
Finanzmärkte eine Kontrollfunktion zu übernehmen und bei
Bedarf regulierend einzugreifen. Wer unterdessen die
Leitung dieser Kontrollkommission übernehmen wird und ob
und wie diese Art einer Regulierung im Detail aussehen
wird, darüber darf spekuliert werden. Die Frage kann
derzeit niemand beantworten. Inwieweit die Märkte im
Vorfeld solcher globaler Entscheidungen, dann wie
reagieren werden, ist auch ungewiss. Die Unsicherheit wird
die Märkte also auch weiterhin in Bewegung halten und zu
volatilen Kursbewegungen führen.
Zum weiteren Handelsverlauf ...
In der vergangenen Handelswoche kam es im DAX zu weiteren,
teils kräftigen Kursabgaben bei denen neue Zwischentiefs
erreicht wurden. Insbesondere die ...
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