Aufgrund weiter einbrechender Exporte erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2009, nach entsprechenden noch inoffiziellen Ausarbeitungen, einen Konjunktureinbruch (BIP) von über fünf Prozent. Mit dieser zugegeben noch optimistischen Haltung bereitet sich die Bundesregierung auf weitere Rettungsmaßnahmen vor. Insbesondere die nun nach und nach, auch für die breite Bevölkerung schon Ansatzweise erkennbaren Auswirkungen der Systemkrise in der Realwirtschaft, zwingen zu einer Angleichung der im Januar 2009 herausgegebenen Prognose einer geringeren, nachlassenden Wirtschaftsleistung. Seinerzeit wurde von einem Rückgang von 2,25 Prozent ausgegangen. Damit weicht die Bundesregierung von ihrer bisherigen Erwartungshaltung ab, das sich die Konjunktur noch im Jahr 2009, erholen wird. Die offizielle Konjunkturprognose soll in knapp einem Monat, Ende April 2009 vorgelegt werden. Bei einem Rückgang des BIP um fünf Prozent würde Deutschland die von der Europäischen Union aufgestellte, sogenannte Defizitobergrenze, übersteigen und die Anforderungen Euro-Stabilitätspakts nicht mehr erfüllen.
Die Auswirkungen der Systemkrise in der Realwirtschaft,
bekommt nun auch der Technologiekonzern Thyssen Krupp
immer deutlicher zu spüren. Das Unternehmen reagierte auf
die anhaltende Wirtschaftsflaute und gab angesichts der
wegbrechenden Aufträge und bereits in den Vorwochen
verordneter Kurzarbeit, den Abbau von derzeit ca. 3000
Arbeitsplätzen bekannt. Seit Herbst 2008 wurden vom
Unternehmen bereits ca. 3.000 Arbeitsplätze abgebaut und
zusätzlich ca. 2.000 Leiharbeiter entlassen. Hinter
vorgehaltener Hand soll die tatsächliche Zahl der
wegfallenden Arbeitsplätze deutlich höher liegen. Zudem
prüft der Technologiekonzern Thyssen Krupp eine
Kooperation mit einem finnischen auf Erzbergbau und der
zugehörigen Verfahrenstechnik spezialisierten
Unternehmen. Weitere Kosten- und Einsparungsmöglichkeiten
sollen durch interne Umstrukturierungen und dem Abbau von
betrieblichen Hierarchien reduziert werden. Aufgrund der
anhaltenden, globalen Wirtschaftskrise ist die Nachfrage
nach Stahl deutlich zurück gegangen.
Die Bundesregierung hat das Gesetz zur Enteignung von
Anteilseigern, hauptsächlich von Anteilseignern des
Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate durchgeboxt. In
einer zuvor stattgefundenen Debatte wurde vor der
Abstimmung des Bundestages, der Eingriff in die
Grundrechte und Grundregeln der Wirtschaftsordnung, heiß
diskutiert. Dennoch billigte der Bundestag in einer
umstrittenen Abstimmung das Enteignungsgesetz mit einer
Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Vor einer Enteignung
muss nun noch der Bundesrat Anfang April dem bis 30. Juni
2009 befristeten Gesetz zustimmen. Anschließend kann dann
eine Enteignung der Anteilseigner, wie die Bundesregierung
immer wieder betont, als letzte Möglichkeit vorgenommen
werden. Der Druck unter dem die Bundesregierung steht ist
groß. Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muß bis
zum 24.04.09 eine Bilanz vorlegen und Wertberichtungen
müssen zu diesem Bilanzstichtag abgeschlossen sein. Zuvor
benötigt die Hypo Real Estate neben den bereits
erhaltenen knapp 90 Milliarden EUR, zusätzliche ca. 10
Milliarden EUR um die erforderlichen Abschreibungen
vornehmen zu können. Im Freitagshandel war der
Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate noch ca. 169
Millionen EUR (Börsenwert) wert. Neben einer (offiziell)
noch nicht entschiedenen Vollverstaatlichung, ist über
eine vom US-Investor Flowers vorgeschlagene
Kapitalerhöhung noch nicht entschieden.
Zum Handelsverlauf ...
In der abgelaufenen Handelswoche konnte der Index die
mehrtägige Seitwärtsbewegung bisher nur kurzzeitig nach
oben verlassen und ein neues Verlaufshoch bei 4135 Punkte
generieren. Ein deutliches absetzen mit Notierungen klar
oberhalb des Ausbruchsniveau (4063) ist den Bullen bisher
nicht gelungen. Vielmehr fiel der Index im Freitagshandel
erneut wieder in die alte Seitwärtsphase zurück. Die
Unsicherheit wird also auch weiterhin noch etwas anhalten,
zumindest solange, wie der Ausbruch nach oben nicht
nachhaltig (EoD) an zwei aufeinander folgenden
Handelstagen, durch den tatsächlichen Handelsverlauf
bestätigt wird. Nur dann, können die Bullen den Index
weiter nach oben treiben und ein Hoch oberhalb der 4135
Punktemarke erreichen. Bereits ein nachhaltiger Rückfall
unter die MoB 3943 Punkte würde diese, derzeit noch
Bullenträume, unwahrscheinlich werden lassen und
negieren. Mittelfristig betrachtet werden die Bullen bei
Notierungen oberhalb der MoB 3861 Punktemarke, weiterhin
nichts unversucht lassen, den Index nach oben zu
treiben.
EW-Technisch kam es ausgehend von der bekannten Zählung
vom Verlaufstief 3947 Punkte zu einer (ersten)
dreiteiligen Aufwärtsbewegung. Diese Aufwärtsbewegung
kann aufgrund der ausgebildeten Wellenstrukturen nur als
aufwärtsgerichtete Korrekturwelle eingestuft und
beurteilt werden. Diese Korrekturwelle erreichte ein Hoch
(bisher) bei 4135 Punkte. Anschließend kam es zu einer
Gegenreaktion, die unter nachlassender Abwärtsdynamik
beim Zwischentief 3995 Punkte abgeschlossen wurde. Die
diesem Tief folgende (zweite) Aufwärtsbewegung erreichte
bisher ein Hoch 4081 Punkte. ... Die anschließende, bis
zum Zwischenhoch 4135 Punkte laufende Aufwärtsreaktion
ist Bestandteil der Unterwelle „C“ und wird einer
Teilwelle „a der C“ zugeordnet. Ausgehend vom Hoch
dieser Teilwelle erreichte die abwärtsgerichtete
Teilwelle „b der C“ ein Tief bei 3995 Punkte.
Im weiteren Handelsverlauf kommt es bei Notierungen
oberhalb der MoB 4027 Punkte zu einer direkten Fortsetzung
der zuvor ...
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