Weniger Arbeitslose in Berlin, weniger Miese. Von Reinickendorf bis Spandau – alle Berliner Bezirke können in 2008 weniger Privatinsolvenzen verzeichnen. Die Schuldnerquote liegt mit 13,96 Prozent (-1,29 % zu 2007) jedoch immer noch über dem bundesweiten Durchschnitt von 10,11 Prozent. Die Berliner in Neukölln und Wedding stecken mit 20,34 und 22,37 Prozent aber immer noch tief in der Kreide. In Steglitz, Zehlendorf, Köpenick sowie Wilmersdorf sieht die Haushaltssituation im Vergleich besser aus.
„Viele Berliner konnten Arbeit finden und sich langsam
aus der Schieflage befreien“, so der Berliner
Creditreform Geschäftsführer Jochen Wolfram. Die Farbe
Rot dominiert jedoch noch immer den SchuldnerAtlas von
Berlin– wenn auch mit Tendenz zu Orange. Ein
signifikanter Unterschied zwischen den ehemaligen Ost- und
Westbezirken lässt sich nicht mehr feststellen.
Wirtschaftsexperte Jochen Wolfram mag jedoch nicht von
einem stabilen Trend sprechen. „Es kann sich um ein
Strohfeuer handeln. Die Finanzkrise könnte eine neue
Schwemme von Insolvenzen nach sich ziehen. Wenn
Unternehmer nicht mehr einstellen, steigt die
Arbeitslosenzahl und damit auch wieder die Zahl der
Insolvenzen. Eine genaue Prognose lässt sich aber noch
nicht fassen. Heute können wir nur mit Sicherheit sagen,
dass dies die niedrigsten Zahlen seit 2004 sind“.
Stichtag für die Untersuchung war der 1. Oktober 2008.
Insgesamt wurden 410.000 Schuldner in Berlin
registriert.
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