Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Berlin summiert sich im ersten Halbjahr 2008 auf 770 Fälle und liegt damit um 7,2 Prozent oder 60 Fälle unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. In Deutschland insgesamt sind die Unternehmensinsolvenzen um lediglich 5,1 Prozent auf 14.400 betroffene Unternehmen zurückgegangen. In den neuen Bundesländern insgesamt ist jedoch ein Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 13,4 Prozent auf 3.050 Betriebe zu konstatieren.
Erstmals seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahre
1999 weisen auch die Insolvenzen von Verbrauchern und
ehemals selbstständig Tätigen einen Rückgang der
Fallzahlen auf – und zwar um deutliche 20,0 Prozent.
Dieser Rückgang liegt noch einmal klar über dem
Rückgang in Deutschland insgesamt, der sich auf 7,2
Prozent beläuft. Telefoninterviews mit diversen
Schuldnerberatungsstellen haben ergeben, dass der
Rückgang der Insolvenzen von Privatpersonen jedoch nicht
auf eine Verbesserung der Überschuldungssituation
zurückzuführen ist, sondern aus der Tatsache resultiert,
dass kostenpflichtige Beratungsangebote von Rechtanwälten
von den Gerichten nicht mehr bewilligt werden. So hat sich
bei den Schuldnerberatungsstellen „ein Berg an
Fällen“ aufgetürmt, den es abzuarbeiten gilt,
erklärte ein Schuldnerberater aus Berlin-Neukölln.
Die Gesamtinsolvenzen in Berlin belaufen sich insgesamt
auf 3.930 Fälle, und liegen damit um 17,8 Prozent tiefer
als im ersten Halbjahr 2007 (4.780). In Deutschland ist
lediglich ein Rückgang von 7,5 Prozent auf 76.700
Insolvenzen zu konstatieren.
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