Berlin. Die Altersvorsorge liegt in den Händen jedes
Einzelnen und nicht mehr in der Verantwortung des Staates.
Diese ernüchternde Bilanz zogen führende deutsche
Renten- und Finanzexperten auf dem ersten Berliner
Kongress ’Denk’ an Deine Zukunft’ des Cottbuser
Finanzdienstleisters AFA AG. Hauptredner der
Veranstaltung, auf der sich Ende Mai rund 5.000 Gäste im
Berliner ICC kostenlos informierten, waren der
langjährige sächsische Ministerpräsident und Vordenker
Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Dr. Friedhelm Busch,
Finanzexperte des Nachrichtensenders n-tv und Top-Trainer
Bernd W. Klöckner. Die Moderation hatte
ZDF-WISO-Moderator Michael Opoczynski.
„Die Wirklichkeit, nicht die Politik erzwingt ein
Umdenken“, so Biedenkopf. „2029 werden die 60 bis
65-Jährigen die 90-Jährigen pflegen. Deshalb müssen wir
unsere Zukunft in den Blick nehmen und dürfen weder Angst
vor ihr haben noch die kommenden Generationen dazu
zwingen, Lasten zu übernehmen, die ihre Eltern nicht
bereit waren zu tragen. Der Staat kann das Problem, das
wir hier diskutieren nicht lösen – Die private
Vermögensverwaltung ist die Lösung!“
So stand am Ende jedes Vortrags das Fazit: Jetzt handeln!
Denn Zeit ist Geld, was Bernd W. Klöckner an
Rechenbeispielen bewies. „Falsche Geldgewohnheiten
sofort ablegen, hinsetzen und vorsorgen, um später nicht
mit 400 bis 500 EUR Rente auskommen zu müssen“, mahnte
der „Möglichkeitsdenker“, der dafür plädiert,
Geldunterricht an den Schulen einzuführen. Sparen hieße
zwar immer auch Konsumverzicht, aber nicht ohne sich einen
kleinen Topf an Spaßgeld zu gönnen. Bernd W. Klöckner:
„Sucht Euch Menschen als Berater, die beim Thema
Finanzen nicht nett zu Euch sind, sondern die die Wahrheit
sagen!“
Ein flammendes Plädoyer für die Altersvorsorge mit Aktien, die in Deutschland noch ein Schattendasein führen, hielt Dr. Friedhelm Busch: „Finanz- und Wirtschaftskrise sind allmählich überwunden, doch den Mottenfraß der Inflation, der viele Löcher in Kaschmirpullovern hinterlässt, müssen wir weiter ertragen“. Deshalb sein Expertenrat: Die Altersvorsorge so aufbauen, dass sie mit der Inflation geht. Also in die Aktien solcher Unternehmen investieren, die auch in Krisen gebraucht werden und sich dabei immer vor Augen führen: „Sicherheit frisst Rendite!“. Wer also höhere Renditen erwartet, muss auch ein höheres Risiko in Kauf nehmen.
Der Vorstandsvorsitzende der
AFA AG, Sören Patzig, untermauerte das Problem mit
Zahlen: „95 % der Deutschen wissen nicht, was sie
abgeschlossen haben und wie viel ihnen davon im Alter
bleibt.“ Insgesamt ließen sich mit einer Optimierung
der Finanzanlagen und Versicherungsverträge in unserem
Land in etwa 50 Mio. Haushalten rund 45 Mrd. EUR
einsparen, die wiederum in die private Altersvorsorge
investiert werden könnten. Doch es fehle an
Institutionen, die diese flächendeckende Beratung leisten
können. Sören Patzig: „Deshalb legen wir größten
Wert auf Ausbildung und werden in 2008 allein 500 Personen
in unseren acht Ausbildungsstandorten einen kostenlosen
IHK-Abschluss ermöglichen. Im kommenden Jahr sollen es
sogar 1.500 bis 2.000 Auszubildende sein.“
AFA-Vorstand Stefan Granel forderte den Staat auf, im
Sinne des Nachwuchses zu sparen und zusätzlich 50 EUR zum
monatlichen Kindergeld von Profis anlegen zu lassen, statt
es auszuzahlen. „Darüber hinaus“, so Granel, „gab
der Bund 2007 rund 280 Mrd. an Steuergeldern aus, wovon er
laut Bundesrechnungshof zwei bis drei Mrd. moniert und
laut dem Bund der Steuerzahler sogar rund 14 Mrd. EUR für
unnötige Projekte verschwendete. Würde der Staat auch
dieses Geld von Anlageprofis managen lassen, wäre das
Rentenproblem für zukünftige Generationen hinfällig.
Heutigen Sparern bieten so genannte Whole-Life- oder
Methusalem-Policen maximale Flexibilität und
Steueroptimierung.“


