Wirtschaftskrise im Handwerk spürbar

Stimmungslage im Brandenburger Handwerk stark verschlechtert

08.05.2009

27,7 Prozent der von Creditreform Ende Februar befragten Handwerksunternehmen in Brandenburg beurteilten ihre momentane Geschäftslage mit den Noten sehr gut oder gut. Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als vier von zehn Unternehmen (42,1 Prozent) solch positive Bewertungen abgaben.

Gestiegen ist zudem die Zahl der Betriebe, die ihrer Geschäftslage die Noten mangelhaft und ungenügend geben. Und zwar von 11,8 auf jetzt 18,2 Prozent. Der Saldo der Geschäftslage rutscht dadurch binnen eines Jahres von ehemals 30,3 auf 9,5 Punkte (Ostdeutschland: 17,8 Punkte).

Die Aussagen der Brandenburger Handwerksbetriebe zur aktuellen Umsatz- und Ertragssituation verdeutlichen den Stimmungsumschwung: Schon mehr als jeder Dritte (35,8 Prozent) musste Umsatzrückgänge verkraften – gut sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Hälfte der Handwerker (49,1 Prozent) litt unter Gewinnrückgängen. Nur halb so viele Betriebe wie im Frühjahr 2008 (13,8 gegenüber 23,7 Prozent) konnten auf gestiegene Umsätze zurückblicken.

Die schlechte Auftragslage, ein hoher Kostendruck und nicht ausgelastete Kapazitäten zwingen die Handwerker dazu, zunehmend Personal abzubauen: Gab im vergangenen Jahr noch 27,6 Prozent der regionalen Handwerker an, die Mitarbeiterzahl im Verlauf der letzten Monate aufgestockt zu haben, so ist es aktuell nur jeder Zehnte (9,4 Prozent). Gleichzeitig musste rund ein Fünftel (20,8 Prozent) die Personaldecke verkleinern, nachdem es im Vorjahr nur 14,5 Prozent waren.

Zukunftsaussichten sind düster

Die aktuelle Umsatzentwicklung lässt bereits vermuten, in welche Richtung der Trend verläuft: abwärts. So gehen nur 8,2 Prozent der Befragten davon aus, innerhalb des nächsten Halbjahres mehr Umsatz zu erwirtschaften. Vor Jahresfrist waren es zweieinhalbmal so viele (21,1 Prozent). Schon vier von zehn Handwerksunternehmen aus Brandenburg (Vorjahr: 23,7 Prozent) befürchten Umsatzeinbußen.

Auch die Investitionsbereitschaft im Handwerk ist deutlich schwächer ausgefallen als 2008. Plante im Frühjahr 2008 noch gut jeder zweite Handwerksbetrieb in Brandenburg (56,6 Prozent), Investitionen tätigen zu wollen, so sind es aktuell nur 44 Prozent. Viele werden zudem auf Erweiterungsinvestitionen verzichten und nur dringend notwendige Ersatzinvestitionen durchführen.

Dazu Hans-Ulrich Fitz, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Creditreform Berlin: “Die Schwere der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise verunsichert die Brandenburger Handwerksbetriebe stark. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, da sie unter den gegebenen Vorzeichen nicht wissen, wie die Auftragslage zur Jahresmitte aussehen wird.“



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