Der aktuelle Konjunktureinbruch ist der heftigste, den die Bundesrepublik jemals erlebt hat und selbst die Wirtschaftskrisen der 70er und 80 Jahre verblassen gegen den massiven Einbruch, den die deutsche Industrie derzeit durchmacht. Um noch stärkere Rückgänge in Produktion und Gewerbe zu sehen, muss man schon in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen, ein Ausblick der wohl niemanden Freude macht.
Dass die Anzahl der Erwerbslosen in der aktuellen Krise nicht im gleichen Maß gestiegen ist, wie der Rückgang der Wirtschaftsleistung, verdanken wir vor allem zwei unterschiedlichen Faktoren: Zum einen ist es so, dass konjunkturelle Entwicklungen immer erst mit relativ großer Verspätung auf die Arbeitslosenzahlen durchschlagen, zum anderen hatten die Konjunkturpakete I und II massive Unterstützungen für die von Entlassungen bedrohten Arbeitnehmer bereitgestellt.
Vor allem die massive Ausweitung der Kurzarbeit ist ein wesentlicher Faktor zur Beruhigung des Arbeitsmarktes. Würde die Situation der deutschen Arbeitnehmer nicht durch die großzügige Regelungen bei der Kurzarbeit verbessert, dann läge die Zahl der Arbeitslosen heute bereits bei 4,5 Millionen.
Ob die Kurzarbeit tatsächlich das richtige Mittel auf dem Weg aus der Krise ist, das wird sich erst in ein oder zwei Jahren wirklich beurteilen lassen. Fest steht aber, dass die soziale Situation in Deutschland ohne Kurzarbeit deutlich schwieriger wäre.



